Gerhard Günther - Mitglied des Thüringer Landtages
30.03.2011 15:16 Alter: 1 year

Umwandlung von Zeitarbeit in feste Stellen nicht durch Sanktionen erzwingen. Gerhard Günther: Falsches Signal zur falschen Zeit

Rubrik: Pressemitteilungen

Erfurt – „Der Grundsatz guter Lohn für gute Arbeit ist ein zentrales Anliegen unserer Fraktion, die nun aber erfolgte Sanktionierung und Diskreditierung der Leiharbeit durch den Wirtschaftsminister ist ein falsches Signal zur falschen Zeit.“ Das hat der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Gerhard Günther, heute in Erfurt gesagt und damit Vorstellungen des Thüringer Wirtschaftsministers zurückgewiesen.

Wie Günther ausführte, trifft zwar zu, dass die Anzahl der in der Leiharbeit beschäftigten Mitarbeiter Thüringer Unternehmen deutlich angestiegen ist, jedoch liegt sie nur geringfügig über dem Vorkrisenniveau von 2008. Die Unternehmen seien zum Teil auf Leiharbeiter angewiesen, um den Auftragszuwachs schnell bewältigen zu können. „Unser Ziel muss eine stabile wirtschaftliche Entwicklung sein, aus der sich die Umwandlung von Zeitarbeitsstellen in Festanstellungen als richtige Konsequenz und Forderung ergibt. Die Situationsbeschreibung des Wirtschaftsministers wird jedoch der Thüringer Wirtschaft nicht gerecht“, so der wirtschaftspolitische Sprecher.

Anders als das Thüringer Wirtschaftsministerium will Günther das Ziel aber nicht durch Sanktionen für Unternehmen mit einer bestimmten Anzahl an Leiharbeitern erreichen, sondern durch eine besondere Förderung für Unternehmen, die Zeitarbeit in Festanstellung umwandeln. „In unserer wirtschaftlichen Situation helfen Sanktionen keinem. In einem Beet, in dem es gerade anfängt zu wachsen, trampelt man nicht mit Stiefeln umher“, so Günther.

Er kritisierte, dass das Ministerium offensichtlich nur die Anzahl der Leiharbeiter als Kriterium gelten lasse. Grundsätzlich müsse aber die spezielle Firmensituation berücksichtigt werden, also etwa warum ein Unternehmen 20 Prozent Leiharbeiter beschäftigt und wie es sie bezahle. Für die CDU Fraktion gelte weiter der Grundsatz, dass auch die Leiharbeit eine ordentliche Bezahlung erfordert und es vor allem keine verfestigte Leiharbeit in Firmen geben darf. „Das Ziel einer staatlichen Förderung muss die Übernahme von Zeitarbeitskräften in Festanstellung sein und nicht die grundsätzliche Sanktionierung von Firmen, die Zeitarbeiter beschäftigen“, bezieht Günther klar Stellung.