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Gerhard Günther: Die Daten der Arbeitsmarktzahlen sehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge
Wirtschaftspolitiker Gerhard Günther zu den aktuellen Thüringer
Arbeitsmarktzahlen
Erfurt - "Mit einem lachenden und einem weinenden Auge" betrachtet der
wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Gerhard Günther,
die aktuellen Arbeitslosenzahlen für Thüringen. "Die Arbeitslosenquote ist
deutlich gesunken. Davon haben auch Langzeitarbeitslose, junge Erwachsene
und über 55-Jährige profitiert. Das ist rundum erfreulich", so Günther.
Weniger zufriedenstellend ist nach seinen Worten, dass die sinkende Quote zu
einem Teil der demographischen Entwicklung geschuldet ist und
Fachkräftemangel droht. Deshalb müsse das Erwerbspersonen- und
Nachwuchspotential so weit als möglich ausgeschöpft werden.
Der Wirtschaftspolitiker verwies in diesem Zusammenhang auf die
schulpolitischen Vorstellungen der CDU-Fraktion, die für die Regelschulen
bzw. Oberschulen eine erweiterte Schulausgangsphase vorsieht. "Es ist in den
letzten Jahren gelungen, den Anteil der Schulabbrecher deutlich zu senken.
Das Ziel muss aber sein, möglichst jeden Jugendlichen zu einem
Schulabschluss und zur Ausbildungsreife zu führen", so Günther. Nach den
Vorstellungen der CDU sollen alle Regelschüler ihre Schule mindestens bis
zum Abschluss der zehnten Klasse besuchen. Dadurch haben eher praktisch
begabte und langsamer lernende Schüler ein Jahr mehr Zeit, sich auf den
qualifizierten Hauptschulabschluss vorzubereiten.
Für ebenso wichtig ist nach der Überzeugung Günthers, noch brachliegende
Fachkräftepotentiale zu aktivieren. Dazu sollen ARGEN, Kammern und
Fortbildungsgesellschaften Arbeitslose und bislang geringer qualifizierte
Erwerbsfähige fortbilden. Dabei müssten die regionalen Bedarfe
berücksichtigt werden. "Lebenslanges Lernen muss zur Selbstverständlichkeit
werden und mehr sein als eine wohlfeile Phrase", so Günther. Eine Brücke in
den ersten Arbeitsmarkt könne auch die "Bürgerarbeit" sein. "Das Konzept hat
sich in Thüringen bereits bewährt. Es ist gut, dass Bundesarbeitsministerin
Ursula von der Leyen es jetzt aufgreift und hoffentlich ohne größere
bürokratische Hürden in ganz Deutschland umsetzt", erklärte der
Landtagsabgeordnete weiter.
Gefragt sind laut Günther jedoch auch die Unternehmen. "Es ist höchst
erfreulich, dass trotz der Krise noch einmal mehr betriebliche
Ausbildungsplätze angeboten werden und die Kammern sehr erfolgreiche
Projekte gestartet haben, um schwächere Schüler zu motivieren. Genauso
wichtig sind jedoch befriedigende berufliche Perspektiven nach der
Ausbildung. Dazu gehören mit an erster Stelle leistungsgerechte,
konkurrenzfähige Löhne", sagte der Wirtschaftspolitiker.